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PROBLEMATISCH

Mehrfachverträge verursachen Kosten

Drum prüfe wer sich ewig bindet …

… ob sich nicht etwas Besseres findet. Nach diesem Motto handeln rund fünf Prozent der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen und dabei mehrere Ausbildungsverträge gleichzeitig abschließen.

Die Motivation ist nachvollziehbar: Viele Jugendliche nehmen das Ausbildungsplatzangebot des ersten Unternehmens an, um sich den Ausbildungsplatz zu sichern. Gleichzeitig hoffen sie aber, noch ein besseres Angebot in einem anderen Unternehmen zu bekommen. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt, die sich immer mehr entspannt, fördert diesen Effekt. Denn die Wahrscheinlichkeit steigt, dass ein guter Bewerber mehrere Zusagen bekommt.

Jedes Jahr werden dadurch viele Ausbildungsplätze blockiert. Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels wäre es aber wichtig, jeden Ausbildungsplatz zu besetzen. Sagen die Jugendlichen erst kurz vorher oder gar nicht ab, scheuen viele Betriebe den Aufwand für die erneute Suche. Vor allem kleinere Betriebe lassen den Platz meist unbesetzt.

Darüber hinaus ist der volkswirtschaftliche und vor allem unternehmerische Schaden einer Vertragslösung nicht zu unterschätzen. Summen von mehreren Tausend Euro pro verlorenen Azubi sind durchaus möglich. Das Bewerbungsverfahren muss neu aufgerollt und innerbetriebliche Personalplanungen sowie Arbeitsabläufe müssen überdacht werden. Dadruch entstehen zwangsläufig zusätzliche Kosten. Einen Schadenersatzanspruch können die Unternehmen allerdings nicht geltend machen.

Volker Linde, Leiter des Geschäftsbereichs Aus- und Weiterbildung bei der IHK, rät den ausbildenden Unternehmen, die Verträge mit ihren zukünftigen Auszubildenden möglichst schnell abzuschließen. Mit der Registrierung der Ausbildungsverträge kann die Kammer frühzeitig feststellen, ob ein weiterer Vertrag bei ihr vorliegt und das betreffende Unternehmen informieren. Auch bleibt dann noch genügend Zeit, den Platz bis zum regulären Ausbildungsbeginn neu zu besetzen.

„Wer die Jugendlichen frühzeitig für sein Unternehmen begeistern kann, hat am Ende die besten Karten im Rennen um den Nachwuchs“, sagt Linde. Eine Bindung des Jugendlichen an das Unternehmen müsse wichtiger Bestandteil moderner Personalstrategien sein.

„Führen Sie bei Abschluss des Vertrags ein offenes Gespräch und bitten Sie den ausgewählten Bewerber, sich umgehend bei Ihnen zu melden, wenn er ein weiteres Angebot ins Auge fasst“, sagt Volker Linde: „Machen Sie ihm klar, was eine Absage für das Unternehmen bedeutet und erklären Sie dem Bewerber, warum die Entscheidung auf ihn gefallen ist und welche Stärken Sie an ihm schätzen.“ Damit fühle sich der Jugendliche bereits vor Beginn der Ausbildung ernst genommen und dem Unternehmen zugehörig.

Darüber hinaus binden Einladungen zu Firmenaktivitäten (Tag der offenen Tür, Sommerfest etc.) oder spezielle Angebote zur Eingewöhnung (Treffen der neuen und alten Azubis, Schnuppertage usw.) Azubis an das Unternehmen.

Ausbildungsverträge können bequem online eingereicht werden.

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