Unter dem Motto 'Online vom Antrag bis zum Bescheid – so wird E-Government wirtschaftsfreundlich' diskutierten rund 130 Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik am 25. August 2011 in der Handelskammer Hamburg beim 1. E-Government-Symposium der IHK Nord über Möglichkeiten, wie Dienstleistungen des Staates für Unternehmen noch kundenfreundlicher und zeitsparender gemacht werden können.
„Von der Politik wünschen wir uns mehr Aufmerksamkeit für dieses strategisch wichtige Thema“, sagte Lothar Geißler, Präsident der IHK Stade und Vorsitzender der IHK Nord. Zukunftsthemen der Verwaltung bräuchten politische Direktive. E-Government sei nicht vor allem ein IT-Thema, sondern ein entscheidender Baustein von Bürokratieabbau und Verwaltungsmodernisierung. „Die Verwaltung muss sich dabei konsequent am Bedarf der Unternehmen orientieren“, so Geißler weiter. Bedarfsanalysen und Zufrie-denheitsbefragungen seien dafür unerlässliches Handwerkszeug.
Die IHK-Organisation gehe zudem mit gutem Beispiel voran: „Unsere norddeutschen Aktivitäten sind in die Maßnahmen der bundesweiten IHK-Organisation eingebettet“, betonte Geißler. „Im Gemeinschaftsprojekt eIHK arbeiten wir daran, unsere eigenen Prozesse weiter zu standardisieren und zu digitalisieren. Wir haben schon wichtige Fortschritte erzielt, die den Unternehmen echten Mehrwert und Vereinfachungen bringen.“
Das elektronische Ursprungszeugnis beispielsweise sei ein ausgereiftes Verfahren, das zwischen IHKs und hunderten Unternehmen täglich einfach, schlank, Zeit und Geld sparend durchgeführt wird. Es gelte, dies intensiv zu verfolgen, um die neuen Kommunikationswege und Veränderungsprozesse in Politik und Verwaltung begleiten zu können. Geißler: „Zusammenarbeit ist dabei unser oberstes Prinzip und Schlüssel zum Erfolg.“
Den Anstoß für das 1. Norddeutsche E-Government-Symposium gab ein Ehrenamts-Barometer der Handelskammer Hamburg zur Zufriedenheit von Unternehmen mit den Online-Angeboten der Stadt Hamburg. Die gleichen Fragen stellte kurze Zeit später auch die IHK Stade ihren Mitgliedern. „In diesen Umfragen haben die Unternehmen der IHK-Organisation klar zu erkennen gegeben, dass sie E-Government als Chance für weniger Bürokratielasten sehen“, sagte Jörg Orlemann, Hauptgeschäftsführer der IHK Stade. Doch nicht nur für die Wirtschaft biete die Straffung von Verwaltungsprozessen durch elektronische Verfahren Vorteile, so Orlemann; im Zuge wachsender Sparzwänge liege es ebenso im Interesse der Verwaltung, hier neue Wege zu gehen.