Überregionale Kooperationen im Norden und Süden des IHK-Bezirks
Der Wettbewerb der Standorte wird von einem Wettbewerb der Regionen überlagert. Nur die Städte und Kreise werden ihre Konkurrenzfähigkeit erhalten oder stärken können, die in Wirtschaftsräumen 'denken', die Verwaltungsgrenzen überschreiten. Hier gilt es, zu kooperieren und attraktive Rahmenbedingungen für die gewerbliche Wirtschaft zu schaffen. Dabei wird der Zwang zur Kooperation immer stärker, weil viele Aufgaben wegen ihrer technischen oder finanziellen Dimension auf kleinräumiger Ebene nicht mehr zu erfüllen sind.
Der Bezirk der IHK Lüneburg-Wolfsburg liegt im Spannungsfeld der Metropole Hamburg im Norden sowie der Großstädte Hannover und Braunschweig im Süden. Die nördlichen und südlichen Bereiche des Kammerbezirks sind mit diesen Städten auf vielfältige Weise verflochten. Für die IHK ist es wichtig, dass im Rahmen der erforderlichen überregionalen Kooperationen auch optimale Bedingungen für die Eigenentwicklung in den Teilregionen geschaffen werden. Deshalb setzt sich die IHK dafür ein, dass nach Lüneburg und Wolfsburg auch Celle im Landesraumordnungsprogramm den Rang eines Oberzentrums erhält. Die IHK unterstützt grenzüberschreitende Kooperationen auf der Ebene der Gebietskörperschaften, bringt ihren wirtschaftlichen Sachverstand ein und engagiert sich für wirtschaftsfördernde Projekte.
1. Metropolregion Hamburg
Durch die politischen Veränderungen Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre in Mittel- und Osteuropa hat die Metropolregion Hamburg erheblich an Bedeutung gewonnen. Die Kernstadt Hamburg hat dabei ihre Stellung als die norddeutsche Wirtschaftsmetropole und Verkehrsdrehscheibe zwischen Nord- und Ostsee sowie Mittelosteuropa und Übersee stärken können. In dieser Situation haben der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, die Niedersächsische Landesregierung und die Landesregierung von Schleswig-Holstein im Jahre 1991 beschlossen, ihre Zusammenarbeit im Rahmen der Metropolregion zu stärken und ein Ländergrenzen übergreifendes regionales Entwicklungskonzept (REK) erarbeitet.
Die Metropolregion umfasst die Freie und Hansestadt Hamburg, die niedersächsischen Landkreise Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg (Wümme), Soltau-Fallingbostel, Stade und Uelzen sowie die schleswig-holsteinischen Kreise Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg, Steinburg und Stormarn sowie den Wirtschaftsraum Brunsbüttel.
Ziele des REK-Prozesses
Der Planungsrat, bestehend aus Staatssekretären der Länder und Verwaltungsspitzen der Kommunen ist für die politische und programmatische Steuerung der Zusammenarbeit verantwortlich. Er tagt mindestens einmal im Jahr.
Die Regionalkonferenz, bestehend aus den Mitgliedern des Planungsrates, Vertretern der Länderparlamente, der Kammern, der Gewerkschaften und der Verbände, ist das Gremium für den Austausch und Abgleich der unterschiedlichen Interessen der Beteiligten. Sie sorgt für die Umsetzung der für die Region wichtigen Leitprojekte und die Einbeziehung weiterer Themenfelder.
Der Lenkungsausschuss ist als das operative Gremium der gemeinsamen Landesplanung verantwortlich für die Umsetzung der im Planungsrat vereinbarten und in der Regionalkonferenz behandelten Inhalte und Regeln der Zusammenarbeit. Der Lenkungsausschuss berät sich i.d.R. monatlich und koordiniert die Zusammenarbeit der Verwaltungen, steuert den gesamten Arbeitsprozess und ist der zentrale Ansprechpartner für die Akteure in der Region.
Die Industrie- und Handelskammern haben mit ihrer 1997 gegründeten 'Initiative Metropolregion Hamburg' (IMH) ein Begleitgremium zur gemeinsamen Landesplanung institutionalisiert, das sich aktiv in die Debatten zur Entwicklung der Metropolregion einbringt. Die inhaltlichen Ziele und Aufgaben der IMH sind darauf gerichtet,
- auf eine wettbewerbsgerechte Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Metropolregion Hamburg im Verhältnis zu maßgeblichen europäischen Konkurrenzregionen hinzuwirken, um das Wirtschaftswachstum zu beschleunigen und das Arbeitsplatzangebot zu erhöhen;
- eine quantitativ und qualitativ ausreichende Flächenvorsorge für betriebliche Neu- und Erweiterungsinvestitionen sowie für die Wohnversorgung, einschließlich der dazugehörenden Infrastruktur, zu sichern;
- die Modernisierung und den Ausbau einer leistungsfähigen regionalen Verkehrsinfrastruktur voranzubringen und dabei die verschiedenen Verkehrssysteme entsprechend ihrer Bedeutung angemessen zu berücksichtigen sowie eine besser abgestimmte und bedarfsgerechte Bedienung im öffentlichen Personennahverkehr der Region zu gewährleisten;
- im Bereich der Wirtschaftsförderung eine gemeinsame Ansiedlungswerbung für die Region zu betreiben;
- den innovatorischen Strukturwandel der regionalen Wirtschaft im Rahmen einer norddeutschen Gesamtstrategie durch einen effizienten Technologietransfer sowie die engere Verzahnung von Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft zu fördern;
- das unbeschäftigte Arbeitskräftepotential der Region durch eine bessere Abstimmung des arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums und eine engere Zusammenarbeit der regionalen Arbeitsämter zu mobilisieren;
- eine ausgewogene Raumentwicklung auf der Grundlage des axialen Siedlungskonzepts und des zentralörtlichen Systems zu gewährleisten, die einerseits ausreichende Entwicklungsmöglichkeiten für Siedlungsfunktionen zulässt und andererseits die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt.

(Offizielles Logo)
Mit dem neuen, durch eine internationale Expertenjury des Designwettbewerbs 'red dot award: communication design' mit dem 'red dot' ausgezeichneten Logo wollen die Länder Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein die Metropolregion Hamburg verstärkt international vermarkten. Das rot-grün-blaue Logo, das die wirtschaftliche, gesellschaftliche und naturräumliche Vielfalt der Metropolregion symbolisieren soll, wird in Lizenz vergeben und soll von mehr als 500 Gemeinden und 14 Kreisen, Organisationen und Unternehmen genutzt werden. Das Nutzungsrecht des Logos wird im Rahmen eines Lizenzverfahrens vergeben. Von Unternehmen und nichtstaatlichen Organisationen wird eine nach Größe gestaffelte Lizenzgebühr erhoben.
Das Markensystem soll möglichst viele regionale Akteure aus Wirtschaft, Städten und Gemeinden dazu einladen das Logo - ergänzend zu einer jeweils eigenen Marke - einzusetzen. Dies ist ein erster entscheidender Schritt auf dem Wege, über ein gemeinsames Außenauftreten ein Bewusstsein für die Metropolregion Hamburg zu schaffen. In einem zweiten Schritt wird es darum gehen, mit gezielten Aktionen europa- und weltweit für die Metropolregion Hamburg als attraktiven, zukunftsfähigen Wirtschaftsraum zu werben.
Ansprechpartner zu Fragen der Lizenzierung ist Rolf Jenkel, rolf.jenkel@ihk24.de, Handelskammer Hamburg, Tel.: 040 / 36138 353.
Inhalt des Artikels:
1. Metropolregion Hamburg
2. Zweckverband Großraum Braunschweig
3. Städtenetz EXPO-Region


