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Fokus Niedersachsen
(PDF, 100 KB) (Dokument-Nr.: 186162)
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Fehlende Ausbildungsreife und mangelnde Berufsorientierung bei den Bewerbern erschweren es vielen Unternehmen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. So bilanziert der Niedersächsische Industrie- und Handelskammertag (NIHK) eine Umfrage in mehr als 1.000 Ausbildungsbetrieben in Niedersachsen. Dank der positiven wirtschaftlichen Entwicklung wollen demnach drei von vier Unternehmen mehr oder gleich viele Ausbildungsplätze wie im letzten Jahr bereitstellen. Solch optimistische Planungen habe es zuletzt Mitte des letzten Jahrzehnts gegeben, so Volker Linde, Sprecher für berufliche Bildung beim NIHK. Allerdings hätten laut der Studie fast 23 Prozent der Unternehmen beklagt, dass sie 2010 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten. „Die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt hängt zunehmend von der Verfügbarkeit der Bewerber ab“, fasst Linde zusammen.
Mit fast 80 Prozent werde die fehlende Ausbildungsreife von den befragten Betrieben als größtes Ausbildungshindernis eingeschätzt. Dabei würden vor allem mangelndes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen (56 Prozent), fehlende Rechenfertigkeiten (52 Prozent), fehlende Disziplin (49 Prozent) sowie nicht ausreichende Leistungsbereitschaft und Motivation (48 Prozent) genannt. Jeder zweite Betrieb beklage laut NIHK zudem die unklaren Berufsvorstellungen vieler Schulabgänger.
Abiturienten entscheiden sich offensichtlich nicht wie erwartet für eine betriebliche Ausbildung. Trotz des doppelten Abitur-Jahrgangs sei der Anteil an Auszubildenden mit Hochschulreife in diesem Jahr um nicht einmal zwei Prozentpunkte angestiegen. Die von vielen befürchteten Verdrängungseffekte für Haupt-, Realschul- und Berufsfachschulabsolventen seien damit bisher ausgeblieben.
Um die Situation auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern und auch dem Fachkräftemangel in vielen Branchen entgegen zu wirken, fordert der NIHK Land und Kommunen auf, offensiv Partnerschaften zwischen Schule und Wirtschaft sowie kommunalen Einrichtungen zu unterstützen. So könne man dazu beitragen, Schüler frühzeitig auf das Berufsleben vorzubereiten. Insbesondere die neue Oberschule müsse sich an dem politischen Ziel einer vorbildlichen Berufsorientierung messen lassen. Darüber hinaus müssten die Schulinspektionsergebnisse offensiver kommuniziert und genutzt werden, um den Unterricht zu verbessern, betont der schulpolitische Sprecher des NIHK, Dr. Dirk Lüerßen. Und schließlich sollten auch die Begabungspotenziale niedersächsischer Abiturienten konsequenter genutzt werden. Der NIHK appelliert an die Landesregierung, durch die Schaffung zusätzlicher Studienplätze die Abwanderung von Studierenden in andere Bundesländer zu verhindern. Außerdem sei die Reduzierung der Studienabbrecherquoten unerlässlich.
Mehr zum Thema sowie zu den Handlungsempfehlungen des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) steht im
'Fokus Niedersachsen'
, der von nun an in regelmäßigen Abständen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik herausgegeben wird.
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