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Fokus Niedersachsen
(PDF, 218 KB) (Dokument-Nr.: 188734)
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Der niedersächsischen Wirtschaft könnten in 20 Jahren über ein halbe Million Fachkräfte fehlen, wenn nicht gegengesteuert wird. Dies erklärte Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK) mit Blick auf aktuelle Modellrechnungen. Diese hatte der NIHK beim Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen verschiedener Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel in den IHK-Bezirken Niedersachsens zu untersuchen. Wenn Wirtschaft und Politik keine Gegenmaßnahmen ergreifen, würde die Zahl der Erwerbspersonen bis 2030 um 14 Prozent zurückgehen. Etwa jeder siebte Arbeitsplatz in Niedersachsen könnte dann nicht mehr besetzt werden.
Die Berechnungen zeigen aber auch, dass die drohende Fachkräftelücke geschlossen werden kann. Die wichtigsten Bausteine sind ein späterer Renteneintritt und eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen. So könnte in Niedersachsen allein durch die Umsetzung der Rente mit 67 und eine entsprechend höhere Erwerbsbeteiligung der über 50-Jährigen der demografisch bedingte Rückgang der Erwerbspersonen zu zwei Dritteln ausgeglichen werden. In den IHK-Bezirken mit überdurchschnittlich junger Bevölkerung (Oldenburg und Osnabrück) kann der Rückgang durch eine verlängerte Lebensarbeitszeit sogar voll kompensiert werden.
Einen durchschlagenden Effekt hätte es auch, wenn mehr Frauen in den Arbeitsprozess integriert werden könnten. Nach Angaben von Zeinert steht derzeit nur Hälfte aller Frauen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, während dies bei den Männern zwei Drittel sind. „Wenn wir - statt die Hände in den Schoß zu legen - durch mehr Familienfreundlichkeit in den Unternehmen und durch bessere Kinderbetreuung diese Kluft bis 2030 halbieren können, stünden uns im Jahr 2030 rund 200.000 Fachkräfte mehr zur Verfügung“, sagte der NIHK-Chef.
„Das wirkliche Leben wird sich nicht so glatt gestalten wie die Modellrechnungen. Deshalb müssen beide Maßnahmen kombiniert werden“, so Zeinert. Wenn zudem junge Nachwuchskräfte früher in den Beruf finden, und auch ausländische Fachkräfte besser in den Arbeitsmarkt integriert werden, kann Niedersachsen statt eines Rückgangs der Erwerbspersonenzahl bis 2030 sogar einen Zuwachs erreichen. „Das wäre das richtige Signal, um Unternehmen am Standort zu halten und neue anzulocken“, erklärte der NIHK-Hauptgeschäftsführer.
Detaillierte Informationen zum langfristigen Erwerbspersonenpotenzial und zu den regionalen Unterschieden enthält die aktuelle Ausgabe 'Fokus Niedersachsen' des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK).
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