Mobilität ist die Grundvoraussetzung für unsere arbeitsteilige Volkswirtschaft und damit Garant unseres Wohlstands. Deshalb hat die IHK-Organisation das Jahr 2009 unter das Motto –Mobilität ist Zukunft– gestellt.
Und Mobilität braucht Infrastruktur. Die reicht von der Breitbandversorgung über die Ertüchtigung und den Ausbau von Straße, Schiene und Wasser bis hin zur Bereitstellung entsprechender Logistikflächen. Wo diese Infrastruktur vorhanden ist, entwickelt sich die Wirtschaft. Wo sie fehlt, haben vorhandene Unternehmen Wettbewerbsnachteile. Infrastruktur braucht ein besseres Image. Es ist paradox: In der Region sollen Arbeitsplätze entstehen. Über die Voraussetzungen für einen wettbewerbsadäquaten An- und Abtransport von Produktionsmitteln und Endprodukten gibt es aber regelmäßig streitige Auseinandersetzungen mit Bürgerinitiativen, genauso wie über den Bau neuer Logistikimmobilien. Jeder beklagt endlose Staus. Kaum einer zieht aber die logische Konsequenz und macht sich für den Infrastrukturausbau stark. Wir erwarten ein breites Angebot der unterschiedlichsten Produkte in unseren Geschäften und Kaufhäusern. Auf die notwendige Infrastruktur für deren Anlieferung würden einige aber am liebsten verzichten. Natürlich wollen wir über das Handy erreichbar sein – aber es wird gegen fast jeden neuen Funkmast geklagt.
Diese Absurditäten müssen in der Öffentlichkeit deutlich angesprochen werden. Sind die Grundzüge einer arbeitsteiligen Wirtschaft, sind die Zusammenhänge von Infrastruktur und der Zukunft von Unternehmen und Arbeitsplätzen, die ihrerseits Voraussetzung von Wertschöpfung und Wohlstand sind, wirklich so kompliziert, als dass sie nicht jeder verstehen kann?
Infrastruktur planen heißt Zukunft gestalten. Deshalb setzt sich unsere IHKauch intensiv für den Ausbau unserer Infrastruktur ein. Zentrales Projekt ist und bleibt dabei die A 39. Nachdem zurzeit die Planungen für die einzelnen Teilabschnitte laufen, drängen wir darauf, dass diese Arbeiten zügig fortgeführt werden, um möglichst zeitnah die Planfeststellungsbeschlüsse zu erhalten. Bereits parallel dazu müssen wir uns dafür einsetzen, dass auch die für den Bau notwendigen Finanzmittel in den nächsten Investitionsrahmenplan (IRP) gemäß Fernstraßenausbaugesetz aufgenommen werden.
Gleichzeitig setzen wir unser Engagement für die Projekte Y-Trasse, Drittes Gleis zwischen Hamburg und Hannover, Ertüchtigung der Privatbahnen im Bereich der Lüneburger Heide und Ausbau des Elbe-Seitenkanals fort. Außerdem machen wir uns für ein flächendeckendes Breitbandangebot im gesamten IHK-Bezirk stark. Gefordert ist ein alle Infrastrukturträger integrierendes Gesamtkonzept.
Die Konjunktur legt derzeit eine Pause ein. Machen wir aus der Not eine Tugend: Stellen wir unsere Region jetzt durch den zukunftsfähigen Ausbau der Infrastrukturen richtig auf. Schaffen wir heute die notwendigen Voraussetzungen, um vom wieder anspringenden Konjunkturmotor sofort und in größtmöglichem Umfang zu profitieren. Die Chancen hierfür stehen gut.
Martin Exner
Leiter des Bereichs Standortpolitik
Erschienen in 'Unsere Wirtschaft' April 2009