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Heinrich Meyer-Werke Breloh (Link: http://www.hm-werke.de/)
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Mit Holz fing alles an. Keimzelle der Heinrich Meyer-Werke Breloh – ein 300 Mitarbeiter starkes Unternehmen mit acht eigenen Sparten – ist die Bispinger Zimmerei, mit der sich Hans Christoph Meyer 1836 selbstständig machte. Vor etwas mehr als 175 Jahren begannen eine familiäre und eine unternehmerische Geschichte, die zeigt, wie nah Tradition und Moderne beieinanderliegen können. Denn mit Holz arbeiten die Meyer-Werke heute immer noch. Sie fertigen Carports und Terrassenüberdachungen, Fenster und Türen. Unter anderem.
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Holz ist sein Element: Volker Meyer führt das Breloher Unternehmen in sechster Generation.
Tradition bei den Heinrich-Meyer-Werken ist es, dass der Vater das Unternehmen seinem Sohn überträgt. Fünfmal wechselte die Führung seit der Gründung, viermal steht ein Heinrich Meyer an der Spitze, heute sind Volker Heinrich Meyer und seine Schwester Ulrike Armbrust Gesellschafter des Familienunternehmens. Seit rund 30 Jahren setzen sie nun den wirtschaftlichen Kreislauf fort – indem sie, wie bereits ihre Vorgänger, die Meyerschen Kernbranchen weiterentwickeln.
Die Fenster- und Türenherstellung ist aktuell die stärkste Sparte im Unternehmen, gefertigt aus Holz und aus Kunststoff, geliefert vorrangig an Bauträger und Fertighausbieter. 600.000 Fenster jährlich verlassen in etwa die Produktionsstätte in Bispingen, ganz nah an dem Ort, an dem vor sechs Generationen die Zimmerei stand. Zum 175. Geburtstag hatte das Unternehmen auch wirtschaftlich Grund zur Freude: „2011 war unser bislang stärkstes Jahr für Fenster und Türen“, berichtet Volker Meyer. Der Firmenchef erklärt das vor allem mit dem großen Nachholbedarf im Wohnungsbau. Rund 300.000 Wohneinheiten würden jedes Jahr benötigt, 2009 etwa kamen aber nur 135.000 neue hinzu. Die Differenz zu dem Bedarf müsse in Zukunft auch in der Region Hamburg dringend realisiert werden. Unter den deutschlandweit zweieinhalb Tausend Herstellern von Fenstern und Türen zählt Meyer zu den 50 größten.
Die Aussichten sind also gut – und Volker Meyer nutzt die Konjunktur für Investitionen: Rund zwei Millionen Euro will er im laufenden Jahr in größere Produktionsflächen und neue Maschinen investieren. Die raumgreifenden Anlagen für den Zuschnitt der Kunststoffprofile, das Verschweißen mit Stahl und das Verputzen der Rahmenecken seien mittlerweile in die Jahre gekommen. In der Holzbearbeitung zeigt sich, welche Fortschritte die Technik macht: Seit drei Jahren ersetzt eine einzige Anlage – sicherlich zwölf Meter lang und fünf Meter breit – 42 Maschinen, die früher gebohrt und geschnitzt, schräg geschnitten und rund geschliffen haben. Heute passiert das nach einem einprogrammierten Muster vollautomatisch. Ein einziger Mitarbeiter reicht aus, um die Arbeit zu kontrollieren.
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In der Produktion: Der Verglaser Michael Türffs bereitet die Kunststofffenster für den Versand vor.
Wenn es um Holz geht, ist Volker Meyer in seinem Element, das ist nicht zu überhören. Mit 18 stieg er in den väterlichen Betrieb ein, machte eine Ausbildung zum Holztechniker, lernte im Laufe der Zeit auch die übrigen Unternehmensbereiche kennen und übernahm immer mehr Aufgaben. Keine Frage, welche Fenster und Türen er in sein eigenes Haus baute: „Holz natürlich“, sagt der 54-jährige Unternehmer und lächelt: „Das ist einfach schöner.“ Aber natürlich auch eine Preisfrage – sein Unternehmen liefert hauptsächlich, etwa zu 85 Prozent, Kunststofffenster und -türen.
Aber es gibt ja auch noch weitere Verwendung für den Rohstoff: Die Meyer-Werke fertigen Carports und Terrassenüberdachungen nach Maß. Der Vertrieb läuft deutschlandweit über Außendienstler direkt an den Endkunden, vorrangig Bewohner von Einfamilienhäusern. Darin sieht Volker Meyer das Erfolgsrezept des Familienunternehmens: „Wenn wir uns spezialisieren und ganz klar an diesen Zielgruppen ausrichten, dann sind wir erfolgreich.“
Das lässt sich auch bei einem Blick in die Vergangenheit immer wieder beobachten: Schon der Unternehmensgründer Hans Christoph Meyer fällte und bearbeitete Bäume – damals noch von Hand – vor allem für den Hausbau seiner Kunden. Auch für die eigenen Mitarbeiter und die Bewohner Bispingens ließen die folgenden Generationen Unterkünfte bauen. Nach dem Notbetrieb während des Zweiten Weltkriegs trugen die Meyer-Werke wesentlich dazu bei, den Bedarf an Wohnungen in der Region zu decken – und Kieselgur entwickelte sich Ende der Vierzigerjahre als neuer Produktionszweig. Der Rohstoff findet verschiedene Anwendungen vor allem in der Chemischen Industrie, etwa als Trägersubstanz für Düngemittel, später auch zur Filtrierung in der Getränkeindustrie.
Bis in die Siebzigerjahre hinein war die Produktion überaus erfolgreich, machte gar den Aufbau anderer Unternehmensteile erst möglich. Zum Beispiel den der Kalksandsteinproduktion. Die Meyer-Werke nutzten die großen Sandvorkommen in der Lüneburger Heide und intensivierten gleichzeitig den Wohnungsbau – in den Sechzigerjahren unter anderem für die Angehörigen der Bundeswehr, die in dem Truppenübungslager in Munster stationiert wurden. 1964 beschäftigte das Unternehmen rund 500 Mitarbeiter, wenige Jahre später zählten sechs eigene Werke zu Meyer Breloh sowie zwölf weitere Beteiligungen und Unterbeteiligungen. Die Baukonjunktur erreichte ihren Höhepunkt. Die Meyer-Werke hatten dazu beigetragen – nun zahlte sich ihr enormer Einsatz aus. Doch als sich später die Tischlerei in Bispingen nicht mehr rentierte, wurden Umstrukturierungen nötig: 1966 entstand daraus die Fenster- und Türenfabrik. Jener Unternehmenszweig, der heute so erfolgreich und mit dem die Meyer-Werke so bekannt sind.
Die Zeiten der Kieselgur aus Norddeutschland sind lange vorbei. In den Achtzigerjahren wurden Verunreinigungen festgestellt – mit den steigenden Umweltauflagen lohnte sich die Produktion nicht mehr. Heute decken Kieselgur-Importe, hauptsächlich aus den USA, den Bedarf deutscher Unternehmen. Ihr umfassendes Know-how mit dem heimischen Rohstoff haben die Meyer-Werke jedoch genutzt, um ein Recyclingverfahren für Kieselgur zu entwickeln. Die Reinigung der Filterschlämme macht zusätzliche Importe überflüssig und spart beträchtliche Kosten. „Die Filterschlämme müssen überwiegend deponiert werden“, erläutert Volker Meyer. Die Aufbereitung, die das Unternehmen gemeinsam mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Clausthal ermöglicht hat, ist also im dreifachen Sinne nützlich: Das Verfahren schont Ressourcen, verringert Abfälle und spart Aufwand und Kosten. Eine Anlage ist derzeit in der Bitburger Brauerei im Einsatz.
Mit Volker Meyer und seiner Schwester Ulrike Armbrust an der Spitze feierten die Heinrich-Meyer-Werke im vergangenen Jahr ihr Jubiläum. Wer wird zum 200. Geburtstag das Unternehmen leiten? Die siebte Generation befindet sich noch in der Ausbildung. Was möchten Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben? „Sie sollen das machen, woran sie Spaß haben“, sagt Volker Meyer. Er lächelt wieder: „Der Beruf soll ihre Erfüllung sein.“ Seine Erfüllung jedenfalls hat der Unternehmer gefunden.
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