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LEISTUNGEN STEIGERN, RESERVEN NUTZEN

Schulen und Hochschulen

Wie es ist

  • Bildungspotenziale werden nicht ausgeschöpft: Die Chancen der frühkindlichen Bildung werden nicht ausreichend genutzt. Schulen entlassen zu viele Jugendliche ohne ausreichende Kompetenzen für eine erfolgreiche Ausbildung. Obwohl die Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich ihrer technischen Innovationskraft verdankt, spielt Technik-Bildung in den Schulen kaum eine Rolle.
  • Berufs- und Studienorientierung sind mangelhaft: Zu viele Jugendliche haben unklare Vorstellungen vom Berufsalltag. Ausbildungs- oder Studienabbrüche sind oft die Folge. Damit entsteht sowohl Schaden für die betroffenen Unternehmen und Jugendlichen als auch für die Volkswirtschaft.
  • Ökonomische Bildung kommt zu kurz: Jugendliche haben zu wenige Kenntnisse über ökonomische Zusammenhänge.
    Sie werden in Schulen häufig von fachfremden Lehrern und bruchstückhaft in unterschiedlichsten Fächern unterrichtet. Dadurch fehlt den Schülern wirtschaftliche Entscheidungskompetenz.
  • Die Hochschullehre hat sich nicht überall verbessert: Ziele der Bologna-Reform, wie die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit und die Steigerung der internationalen Mobilität der Hochschulabsolventen, wurden nicht an allen Hochschulen erreicht. Im Studium mangelt es vielfach am Praxisbezug. Die Zahl der Studienabbrecher ist in technischen Fächern mit 30 bis 40 Prozent viel zu hoch.
  • Unternehmensnahe Studienangebote sind die Ausnahme: Fehlende berufsbegleitende Studienangebote erschweren die Qualifizierung von Fachkräften. Hohe Zugangshürden und fehlende Anrechnungsmöglichkeiten blockieren den Einstieg der Absolventen der beruflichen Bildung an Hochschulen.
  • Die Wirksamkeit von Bildungsinvestitionen wird nicht konsequent geprüft: Eine Evaluation der Bildungsanstrengungen anhand von Ergebnissen findet kaum statt.

Was zu tun ist

Bildungspolitik ist Standortpolitik. Versäumnisse in der Bildung beeinträchtigen nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die demografische Entwicklung macht es zudem erforderlich, alle Bildungspotenziale auszuschöpfen.

Folgende Leitlinien müssen das wirtschaftspolitische Handeln bestimmen:

  • Bildungspotenziale durch individuelles Lernen ausschöpfen: Lernangebote in Kitas müssen quantitativ und qualitativ ausgebaut werden. Frühkindliche Bildung und das Erlernen der deutschen Sprache schaffen die Basis für Lernerfolg und die spätere Ausbildungsreife. Bildungsstudien zeigen, dass ein mindestens einjähriger Kita-Besuch Sprach- und Lernfähigkeiten der Kinder deutlich erhöht und damit Schulreife verbessert. Daher sollten alle Kinder mindestens ein Jahr eine Kita besuchen. Ganztägige und vielfältige Lernangebote in der Schule verbessern die individuelle Förderung und so die Leistungen der Schüler. Die MINT-Bildung muss einen größeren Stellenwert erhalten. Dazu gehört regelmäßiger und praxisorientierter Unterricht von der Grundschule bis zum Abitur. Die Entwicklung zukünftiger Fachkräfte kann z. B. mit externen Partnern (MINT-Initiativen, Schülerforschungszentren) besser gelingen.
  • Ökonomische Grundbildung vermitteln: Die von der Wirtschaft erarbeiteten Standards für ökonomische Bildung des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft sollten als Grundlage für neue Lehrpläne dienen. Im Wirtschaftsunterricht sollten die ökonomischen Alltagskompetenzen der Schüler und marktwirtschaftliche Zusammenhänge besser vermittelt werden.
  • Berufs- und Studienorientierung durch Praxisnähe und Kooperationen verbessern: Die Zusammenarbeit von Schulen und Betrieben – Schulen mit gymnasialer Oberstufe auch mit Hochschulen – muss intensiviert werden. Sie hilft bei der Berufs- und Studienwahl und verbessert so die Ausbildungsreife der Schulabgänger. Die Berufs- und Studienwahl muss Teil der Lehrerbildung werden.
  • Praxisanteile in der Hochschullehre erhöhen: Die Ziele des Bologna-Prozesses sind aus Unternehmenssicht richtig und müssen deshalb konsequent umgesetzt werden. Integrierte Praxisphasen in den Studiengängen und die Beteiligung von Praktikern aus Unternehmen sollten Standard sein. Hochschulen müssen Studierende individueller beraten und betreuen und somit Abbruchquoten senken.
  • Studienangebote unternehmensnah gestalten: Berufsbegleitende Studiengänge müssen ausgebaut werden. Duale Studiengänge verbinden eine betriebliche Ausbildung mit einem Studium und helfen, den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern. Übergänge von der beruflichen Bildung an die Hochschule müssen erleichtert und berufliche Vorqualifikationen angerechnet werden.
  • In die Qualität der Bildungsangebote investieren: Die Qualität von Ausbildung und Studium ist die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Bildungsinvestitionen müssen dort eingesetzt werden, wo sie die größte Wirkung entfalten. Bund und Länder sollen bei Investitionen in Schulen und Hochschulen mehr und dauerhaft kooperieren. Bildungsstandards müssen bundesweit in allen Schulen umgesetzt und bundesweit vergleichbare Abschlussprüfungen eingeführt werden.

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