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QUALITÄT STEIGERN, FACHKRÄFTEPOTENZIAL AUSSCHÖPFEN

Schulen und Hochschulen

Wie es ist

Der Fachkräftemangel verschärft sich weiter: In 25 Jahren droht eine demografische Lücke von 10 Millionen Erwerbstätigen im Vergleich zu heute. Die Betriebe werden es immer schwerer haben, geeignete Fachkräfte zu finden. Schon heute ist es kaum noch möglich, die altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheidenden Ingenieure durch Jüngere zu ersetzen.

  • Bildungspotenziale werden nicht ausgeschöpft: Die Chancen der frühkindlichen Bildung werden nicht ausreichend genutzt. Schulen entlassen zu viele Jugendliche ohne ausreichende Kompetenzen für eine erfolgreiche Ausbildung. Hohe Zugangshürden und fehlende berufsbegleitende Angebote an den Hochschulen erschweren die Weiterqualifizierung von Absolventen der beruflichen Bildung.
  • MINT-Kenntnisse werden in der Schule unzureichend vermittelt: Der naturwissenschaftliche Unterricht beginnt zu spät und wird zu oft abgewählt. Die praktische Anwendung der Naturwissenschaften in Wirtschaft und Technik wird selten demonstriert. In diesen Fächern ist der Lehrermangel besonders groß. 
  • Die Hochschullehre hat sich nur wenig verbessert: Die Bologna-Ziele, wie die Förderung von Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität, wurden nicht an allen Hochschulen umgesetzt. Vor allem am Praxisbezug mangelt es. Die Zahl der Studienabbrecher ist in technischen Fächern mit 30 bis 40 Prozent viel zu hoch.
  • Die ökonomische Bildung kommt zu kurz: Jugendliche wissen zu wenig über ökonomische Zusammenhänge. Dadurch wird ihre Rolle als Verbraucher und Wirtschaftsbürger geschwächt; die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft sinkt. 

Was zu tun ist

Bildungspolitik ist Standortpolitik. Versäumnisse der Bildung beeinträchtigen nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die demografische Entwicklung macht es zudem erforderlich, alle Bildungspotenziale auszuschöpfen.

Folgende Leitlinien müssen das wirtschaftspolitische Handeln bestimmen:

  • Lernen im Vorschulbereich fördern: Frühkindliche Bildung schafft eine gute Basis für den Lernerfolg in der Schule und für die spätere Ausbildungsreife. In weiten Teilen der Wissenschaft wird eine einjährige Vorschulzeit als wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Bildungs- und Beschäftigungswegs gesehen. Die Sprachförderung ist weiter zu verbessern. Spätestens bei Schuleintritt müssen alle Kinder die deutsche Sprache beherrschen. 
  • Kooperationen zwischen Schulen und Wirtschaft intensivieren: Die Zusammenarbeit der Schulen und Lehrer mit Betrieben stärkt die Berufs- und Studienorientierung der Schulabgänger und hilft, die Ausbildungsreife zu verbessern. 
  • Ganztagsschulen verstärkt ausbauen: Ganztägige und vielfältige Lernangebote verbessern die individuelle Förderung und so die Leistungen der Schüler. Die Entwicklung und Ausschöpfung besonderer Talente kann in der Schule z. B. mit externen Partnern (MINT-Initiativen, Sportvereine) besser gelingen. 
  • Naturwissenschaftlich-technische Bildung stärken: Zur Sicherung des Fachkräftepotenzials ist insbesondere eine gute naturwissenschaftlich-technische Bildung in den Schulen wichtig. 
  • Qualität der Hochschullehre steigern: Die Bologna-Reform zielt darauf, die Studenten auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten und international besser vergleichbare Bachelor- und Master-Abschlüsse einzuführen. Es liegt daher im Interesse der Wirtschaft, sie konsequent umzusetzen. Integrierte Praxisphasen und die Beteiligung von Praktikern aus Unternehmen müssen erhöht werden. Ein flächendeckendes Diploma Supplement zum Hochschulzeugnis würde der Wirtschaft die Qualifikationen der Bewerber verdeutlichen. Mehr berufsbegleitende und duale Studiengänge sind der richtige Weg. Übergänge von der beruflichen Bildung an die Hochschule müssen erleichtert und Vorqualifikationen angerechnet werden.
  • Ökonomische Bildung verbessern: Die von der Wirtschaft erarbeiteten Standards für ökonomische Bildung sollten als Grundlage für neue Lehrpläne dienen. Im Wirtschaftsunterricht und im Studium müssen Chancen und Risiken der Berufsperspektive „Unternehmertum und Selbstständigkeit“ dargestellt werden. 
  • In die Qualität der Bildungsangebote investieren: Die Qualität von Ausbildung und Studium sind die Basis für die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Die vereinbarten Bildungsinvestitionen von sieben Prozent des BIP müssen vermehrt in Qualitätssicherung investiert werden. Schulen und Hochschulen müssen größere Verantwortung für die Qualität ihrer Leistungen übernehmen.

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