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VERKEHRSINFRASTRUKTUR: STRASSE

A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg

Lebensader A 39: Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Region

Die Funktion Deutschlands als europäische 'Verkehrsdrehscheibe' verpflichtet nicht nur zu einer besonderen Verantwortung für die Mobilität der Handelsund Verkehrsströme, sondern bietet gleichzeitig auch große Chancen für den Wirtschaftsstandort Norddeutschland. Die Anbindung einer Region an das Bundesautobahnnetz ist Voraussetzung für deren Wettbewerbsfähigkeit. Dies gilt insbesondere für verkehrlich peripher gelegene Standorte wie den des nordostniedersächsischen Raums, der dringend einer Verbesserung der Lagegunst bedarf, um für die Ansiedlung von Handel und Gewerbe als Dienstleistungs- und Produktionsstandort interessant zu werden und zu bleiben. Gegenwärtig erstreckt sich im Gebiet zwischen Hamburg, Hannover und Berlin allerdings der größte autobahnfreie Raum in ganz Deutschland. Da Autobahnen in der Regel auch wirtschaftliche Entwicklungsachsen darstellen, ist das Projekt A 39 / A14 für die weitere Entwicklung Norddeutschlands und seiner Regionen von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung. Sie ist notwendig, um die zu erwartenden Steigerungen des Straßengüterverkehrs im zusammenwachsenden Europa bewältigen zu können. Der Lückenschluss der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ist für die Region unverzichtbar.

In diesem gesamtwirtschaftlichen und überregionalen Kontext kommen dem Verkehrsprojekt A 39 / A 14 u.a. folgende Wirkungen zu:

Viele gute Argumente

  • Die A 39 stellt in Verbindung mit der geplanten A 14 von Magdeburg nach Schwerin und der B 190n den Lückenschluss auf der europäischen Magistrale von Süd-Osteuropa nach Skandinavien her.
  • Die A 39 hat eine integrative Funktion für das gesamte norddeutsche Straßennetz. Sie entlastet die hochfrequentierte und staugefährdete A 7 sowie die unfallträchtige B 4 von Lüneburg über Uelzen nach Braunschweig.
  • Die Wirkung als wichtigem Standortfaktor für die regionale Wirtschaft wird mit der ehemaligen A 250 (jetzt A 39) von Maschen nach Lüneburg eindrucksvoll belegt.
  • Die trennende Wirkung der B 4 nimmt negativen Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung der anliegenden Orte. Durch die Entlastung ist es möglich, städtebauliche Handlungspotenziale zu aktivieren.
  • Das Projekt A 39 / A 14 bringt für die Wirtschaftszentren im gesamten nordostniedersächsischen Raum wettbewerbsfähige Straßenanbindungen. Bestehende Unternehmen profitieren von besserer Standortqualität, neue Gewerbeansiedlungen sind aufgrund der attraktiven Lage zu erwarten.
  • Mit der A 39 erhält der Hafen Hamburg als größter und bedeutendster Überseehafen Deutschlands eine adäquate Anbindung an sein Hinterland. Mit Blick auf die Verkehrsentwicklung lässt sich ein Verkehrsinfarkt ohne die A 39 nicht verhindern.
  • Die A 39 wird auch positive Impulse für die Tourismusbranche in der Heide und der Flusslandschaft Elbe bringen. Eine geringe Anreisezeit aus den Zentren in die touristisch attraktiven Räume der Region v.a. bei Kurzurlauben als mit entscheidende Größe ein.

Die Notwendigkeit der A 39...

... wurde durch die Aufnahme des Verkehrsprojektes A 39 / A 14 inklusive der Querspange B 190n in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans unterstrichen. Das Bundesverkehrsministerium hat Mitte November 2008 das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) der A 39 unter Berücksichtigung der Verkehrsnachfrage des Jahres 2025 und des Kostenstandes des Jahres 2008 aktuell ermittelt und im Dezember 2009 erneut bestätigt. Danach erreicht die A 39 ein NKV von 2,8. Bei Baukosten von geschätzten 650 Mio. Euro ergibt sich für die Region ein Nutzen in Höhe von über 1,8 Mrd. Euro. Aus diesen Gründen kann das im Herbst 2008 abgeschlossene Verfahren zur Linienbestimmung der A 39 von Wolfsburg bis Lüneburg als Meilenstein für unsere Region bezeichnet werden. Mit der Linienbestimmung ist der Weg frei, die Erarbeitung der Genehmigungs- und Planfeststellungsentwürfe für die sieben Planungsabschnitte der A 39 voranzutreiben.

Entwurfsplanung für die Planfeststellungsverfahren laufen

Die Planfeststellungsentwürfe dienen als Grundlage für das Planfeststellungsverfahren, in dem die Trasse metergenau festgelegt wird und in dem auch die Betroffenheiten für einzelne Bürger und Grundstücke untersucht und geregelt werden. Es ist geplant, die ersten Planfeststellungsverfahren Ende 2013 abzuschließen. Mit Vorliegen der Planfeststellungsbeschlüsse erhalten die jeweiligen Planungsabschnitte dann endlich die Baureife, so dass mit Blick auf anhängige Gerichtsverfahren auf einen Baubeginn der A 39 bis zum Jahr 2015 gehofft werden kann. Mit Umsetzung der Autobahnprojekte A 39 und A 14 muss zudem das untergeordnete Straßennetz angemessen an die neuen Fernstraßen angeschlossen werden. Eine wichtige Funktion übernimmt diesbezüglich die Bundesstraße 190n. Die IHK plädiert zur Erschließung des südlichen Landkreises Uelzen und der nördlichen Landkreise Gifhorn und Celle für ein Festhalten an der in Teilen bereits linienbestimmten Streckenführung südlich von Bad Bodenteich in Richtung Salzwedel. Zudem benötigt der östliche Teil Lüchow-Dannenbergs einen attraktiven Anschluss an die A 14, damit die Ortschaften vom Durchgangs- und Schwerlastverkehr entlastet werden.

Forderungen der IHK Lüneburg-Wolfsburg zur A 39

  • Zügige und für die sieben Planungsabschnitte parallel laufende Durchführung der weiteren Planungsarbeiten.
  • Abschluss der Planfeststellungsverfahren mit rechtssicheren Planfeststellungsbeschlüssen für alle Planungsabschnitte.
  • Zusagen / Absicherung der Finanzierung und verzögerungsfreier Baubeginn der ersten Abschnitte.

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