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Positionspapier der IHK-Nord-Arbeitsgemeinschaft norddeutscher Industrie- und Handelskammern
1. Zielsetzung
Die Industrie ist wichtigster Arbeit- und Auftraggeber für die Wirtschaftsregion Norddeutschland. Dennoch fehlt trotz der außerordentlich hohen Bedeutung der Industrie eine aktive Politik zur Verbesserung der Standortbedingungen für das Produzierende Gewerbe in dieser Region. Vielmehr werden in weiten Teilen der Politik Visionen einer postindustriellen Dienstleistungsgesellschaft gepflegt. Mit diesem Positionspapier will die IHK Nord, ein Zusammenschluss der 14 norddeutschen Industrie- und Handelskammern, ein Bewusstsein für die Bedeutung der Industrie in Norddeutschland schaffen.
2. Die Rolle der Industrie in Norddeutschland
Die Industrie ist nach wie vor der Grundpfeiler der deutschen Volkswirtschaft. Auch wenn der Anteil der Beschäftigten im Produzierenden Gewerbe wegen des Strukturwandels in den 90er Jahren zurückgegangen ist, ist der Standort Deutschland ohne Industrie nicht vorstellbar. Die Industrie trägt nach wie vor in hohem Maße zur Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland bei. Der weltweit gute Ruf der deutschen Wirtschaft geht insbesondere auf die hervorragenden Leistungen der Industrie zurück. Addiert man die outgesourcten industriellen Dienstleistungen zur Wertschöpfung der Industrie, so nimmt der Anteil an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung seit 1996 sogar wieder zu (Abb. 1).
Abbildung 1: Anteil der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung der deutschen Industrie in Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt)
Die Industrie sichert mit einem Anteil von fast drei Vierteln der exportierten Güter Deutschlands Rolle als Exportweltmeister. Und sie ist es ebenfalls, die den Innovationsstandort Deutschland voranbringt. Von allen Ausgaben der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung trägt die Industrie 91 Prozent. Allein 40 Prozent davon stammen aus der Automobilindustrie. So führt die Industrie die gesamte Volkswirtschaft quasi als 'Taktgeber' des Konjunkturzyklus aus einer Rezession heraus und verhilft zu einem kontinuierlichen Aufschwung, wie wir ihn gerade erleben.
Norddeutschland trägt als einer der wichtigsten Industriestandorte maßgeblich zum Aufschwung bei. Von besonderer Bedeutung sind der Fahrzeugbau, die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Maschinenbau, das Baugewerbe, die Chemische Industrie, die Luft- und Raumfahrzeugindustrie, die Medizintechnik, der Schiffbau und die Energieerzeugung. In der norddeutschen Wirtschaftsregion sind rd. 845.000 Beschäftigte in der Industrie tätig. Der Industrieumsatz beträgt rd. 283 Milliarden Euro.
Besonders in Norddeutschland erlebt die Industrie eine Renaissance. Dabei stellen die Seehäfen die logistischen Knotenpunkte dar, an denen die globalisierte Produktion zusammen geführt wird. Hinzu kommt, dass die Entwicklung der Industrie in Norddeutschland von einem hohen Innovationsgrad und durch beeindruckende Investitionen geprägt ist. Jüngste Erfolge wie die Großinvestitionen an Chemie- und Energiestandorten in Niedersachsen, die Wiederaufnahme der Aluminiumproduktion in Hamburg oder das arbeitsplatzintensive Wachstum in der Luftfahrtindustrie sowie die beträchtlichen Wachstumsraten in den Erneuerbaren Energien zeigen deutlich, dass das Produzierende Gewerbe gerade in Norddeutschland einer der wichtigen Konjunktur- und Arbeitsmarktmotoren ist.
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