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MITTELSTANDSREPORT 2010

Wachsende Zuversicht

"Im Mittelstand stehen die Zeichen wieder auf 'Personalaufbau'. Bis zu 100.000 neue Arbeitsplätze werden kleine und mittlere Unternehmen bis zum Jahresende schaffen.

Dies kommt fast einem Jobwunder gleich, wenn man bedenkt, dass noch vor Jahresfrist ein kräftiger Abbau von Arbeitsplätzen befürchtet wurde. 86 Prozent aller Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten wollen in den nächsten Monaten ihre Belegschaften ausbauen oder zumindest halten. Lediglich 14 Prozent tragen sich mit Abbauplänen, bei den Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sind es indes noch 23 Prozent.

Immer mehr Mittelständler rechnen damit, die heftigen Auftragsrückgänge der Krise aufholen zu können und suchen jetzt Personal. Jetzt zahlt sich aus, dass viele kleine und mittlere Betriebe auch in der Krise auf innovative Produkte und Dienstleistungen gesetzt haben. Vor allem mittelständische Unternehmen der exportstarken Branchen Chemie, Pharma und Elektro wollen zusätzliche Beschäftigung schaffen. Geradezu beeindruckend ist, wie rasch sich der Maschinenbau nach dem freien Fall aus der Krise kämpft. Angesichts enormer Orderzuwächse dürften die meisten mittelständischen Maschinenbauer um Personalabbau herumkommen.

Auch in binnenwirtschaftlich geprägten Sparten wollen Mittelständler ihre Belegschaften vergrößern. Ich nenne hier etwa die Gesundheits- und sozialen Dienste, die Versicherungswirtschaft sowie Werbung und Marktforschung.

Viele Unternehmen rechnen allerdings mit Schwierigkeiten, neue Aufträge finanzieren zu können. Denn bei vielen Kreditverhandlungen kommen jetzt die Bilanzen des Krisenjahres 2009 auf den Tisch. Auch zeigt sich, dass es für viele kleine und mittlere Unternehmen schwerer wird, geeignete Fachkräfte zu finden.

Insbesondere in wissensintensiven Wachstumsbranchen sucht der Mittelstand händeringend qualifiziertes Personal – wie etwa die Antworten der zahlreichen mittelständischen IT-Dienstleister zeigen. Dies macht deutlich, dass wir alle Beschäftigungspotenziale ausschöpfen müssen. Das reicht von Weiterbildungsanstrengungen über eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zur frühzeitigen Förderung von Kindern aus bildungsfernen Schichten.

Die Krise hat dem Mittelstand vor Augen geführt, wie stark die Auftragsentwicklung schwanken kann. Um darauf flexibel reagieren zu können, nutzen etliche Mittelständler neben der Zeitarbeit auch die befristete Einstellung von Arbeitnehmern. Ich appelliere an die Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag angekündigten Erleichterungen bei der befristeten Einstellung umzusetzen. Das Vorbeschäftigungsverbot muss fallen. Die vormalige Tätigkeit in einem Betrieb darf nicht länger dazu führen, dass dem Arbeitnehmer das Betriebstor für eine weitere befristete Tätigkeit von Gesetzes wegen verschlossen bleibt. Wenn wir diese Bremse nicht lösen, verspielen wir Beschäftigungspotenziale."

DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann zum DIHK-Mittelstandsreport 2010.

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