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Fördermittel im Überblick (Dokument-Nr.: 6336)
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Beteiligungskapital (Dokument-Nr.: 7047)
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Businessplan (Dokument-Nr.: 17767)
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Veranstaltungen und Beratungsangebote (Dokument-Nr.: 12485)
SONDERFALL
Unternehmenskauf
I. Ausgangssituation der Käufer
Die Situation bei Unternehmenskäufen zeichnet sich - verglichen mit Neugründungen - oft durch folgende besondere Kriterien aus:
| - | Es ist in der Regel ein immaterieller - schwer zu ermittelnder - Unternehmenswert vorhanden. (z. B. Kundenstamm, Marken, usw.), für den der Verkäufer einen Preis verlangt. Externe Kapitalgeber sind bei der Bewertung dieser Vermögensposition sehr zurückhaltend und geben Käufern ihr Geld dafür am wenigsten gerne. Grund: Im Falle einer Insolvenz sind immaterielle Werte meist verloren. |
| - | Beim Management-Buy-Out: Personenkreis mit hohem fachlichem Know-how ist vorhanden. Aber: Es fehlt den Käufern erfahrungsgemäß oft an liquiden Mitteln und besonders an freien Sicherheiten. |
| - | Erfahrungswerte und Jahresabschlüsse liegen vor. Planzahlen haben so eine fundierte Grundlage und Ertragserwartungen können besser als bei der Existenzgründung bewertet werden. |
| - | Es besteht bei dem Erwerb eines gesunden Unternehmens grundsätzlich die Möglichkeit, das Unternehmen schon kurzfristig mit einer guten Eigenkapitalrendite zu betreiben. |
| - | Arbeitsplätze sind vorhanden, an deren Sicherung unter bestimmten Voraussetzungen auch die öffentliche Hand ein Interesse hat. |
Aufgrund der speziellen Ausgangssituation haben Unternehmenskäufer – gerade beim Erwerb eines gut laufenden Betriebes – meist mehr Finanzierungsoptionen als sie der Neugründer hat.
II. Finanzierungsmöglichkeiten
Folgend sind verschiedene, grundsätzlich mögliche Finanzierungsbausteine kurz genannt. Zur weiteren Information empfehlen wir die entsprechenden Dokumente unter 'Mehr zum Thema'. Dort erfahren Sie mehr zu den angesprochenen Programmen und erhalten die jeweils relevanten Kontaktadressen.
a) Darlehen
Die klassische und weitverbreiteste Form der Finanzierung ist der Hausbankkredit (bzw. auch mehrere Kredite von verschiedenen! Banken). Darlehen lassen sich grundsätzlich in solche unterscheiden, die der Unternehmer noch besichern muss (Regelfall), und solche, die ohne Sicherheiten zu bekommen sind (sog. Nachrangdarlehen). Interessant sind auch Kredite der Förderbanken. Diese verfügen teilweise über eine Haftungsfreistellung (die durchleitende Hausbank wird bei einem Ausfall in der Höhe der Haftungsfreistellung entschädigt) und sind zu vergleichsweise günstigen Konditionen zu haben.
Die zu zahlenden Zinsen hängen im Wesentlichen von der Bonität des Käufers ab, die durch ein Rating ermittelt wird. Handelt es sich nicht um ein Nachrangdarlehen, wirkt sich neben der Bonität auch die Besicherungsquote entscheidend auf die Zinshöhe aus.
b) Beteiligungskapital
Beteiligungskapital muss teuer bezahlt werden. Die Renditeerwartung der Kapitalgeber bewegt sich eigentlich immer im zweistelligen Bereich. Diese Finanzierungsform bietet allerdings den Vorteil, dass das Beteiligungskapital in der Regel als wirtschaftliches Eigenkapital gewertet wird und nicht banküblich besichert werden muss. Auch verläuft die Rückzahlung meist nicht in Raten, sondern als Ganzes erst am Ende der Laufzeit.
Für den Unternehmenskäufer, der zwar eine hohe Rendite garantieren kann, aber über (fast) keine Sicherheiten verfügt, ist diese teure Finanzierungsform manchmal die einzig mögliche.
Auch öffentliche Institutionen bieten Beteiligungskapital an. Dieses ist günstiger als das von privaten Kapitalbeteiligungsgesellschaften oder von Business Angels. Allerdings wird von öffentlicher Seite nicht selten eine Ko-Finanzierung durch Private bzw. ein entsprechend hohes Eigenkapital verlangt.
c) Bürgschaften
Fehlende Sicherheiten stellen bei Unternehmenskäufen oft ein großes Problem dar. Helfen können öffentliche Bürgschaften von der Niedersächsischen Bürgschaftsbank, die auch in Kombination mit einer offenen Beteiligung beantragbar sind. Lehnt diese ein Engagement ab und/oder handelt es sich um ein Vorhaben von besonderer Bedeutung (z. B. Erhalt eines wichtigen Betriebs in der Region und damit Sicherung von Arbeitsplätzen), kann auch ein Antrag auf eine Landesbürgschaft erfolgreich sein.
Mit öffentlichen Bürgschaften ist sowohl die Absicherung von Darlehen als auch die von Beteiligungen möglich.
d) Zuschüsse
Wird ein Unternehmen in einem sogenannten Konvergenzgebiet erworben, können bei den jeweiligen Landkreisen unter bestimmten Voraussetzungen auch Zuschüsse beantragt werden. Diese Option sollte auf alle Fälle immer geprüft werden, da es sich hierbei um „geschenktes” Geld handelt, das folglich nicht zurückgezahlt werden muss.
III. Die IHK bietet Hilfe an!
Oft verwirren Unternehmenskäufer die verschiedenen Finanzierungsoptionen. Sie finden sich anfangs nur schwer im Dschungel der Angebote zurecht und wissen verständlicherweise nicht, wen Sie nun konkret ansprechen sollen. Daher bieten wir Unternehmenskäufern auch im Bereich der Finanzierung ganz praktische Hilfe an. Wir beraten Sie im Rahmen eines persönlichen Orientierungsgesprächs und stellen Kontakte zu den Förderbanken her. Gegebenenfalls organisieren wir auch gemeinsame Gespräche mit verschiedenen, poteniellen Finanzierungspartnern und moderieren diese, falls es gewünscht wird.
Und noch ein Tipp zur erfolgreichen Finanzierung:
Bevor sich ein Käufer an mögliche Kapitalgeber wendet, sollte er sich gut darauf vorbereiten. Dazu gehört ganz wesentlich auch die Erstellung eines Business-Plans, in dem er alle wichtigen Sachverhalte verständlich und vollständig darstellt.

