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VERTRAUEN

Unternehmer-Bank-Beziehung

1. Grundsätzliches zur Bank-Beziehung

Die Hausbank erwartet, dass der Unternehmer Informationen über seine Geschäftstätigkeit - von sich aus - regelmäßig an sein Kreditinstitut weitergibt. Dazu gehören mindestens die Jahresabschlüsse, lieber gesehen werden aber Mitteilungen schon zu Quartalsentwicklungen. Auch Planzahlen aus dem Controlling mit aussagekräftigen Soll-Ist-Vergleichen sollten mitgeliefert werden. Wichtig ist dabei, dass die Unterlagen zeitnah eingereicht und nicht erst von der Bank angefordert werden müssen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es in der Geschäftstätigkeit zu unvorhergesehenen Problemen kommt und z. B. der Kontokorrentrahmen überzogen werden muss. Selbst wenn man der Hausbank mal keine guten Nachrichten zu übermitteln hat, sollte jede Kontaktaufnahme dazu genutzt werden, Unternehmergeist zu beweisen und eigene Lösungs- und Strategiekonzepte zu präsentieren.

Generell ist zu beachten: Die aktive Beziehungspflege zur Hausbank ist weder Luxus noch nur ein lästiger Mehraufwand. Sie hat unmittelbaren Einfluss auf das Ratingergebnis und damit auf die Kosten der laufenden und zukünftigen Kredite. Die Bank sollte demzufolge so behandelt werden wie einer der wichtigsten Geschäftskunden des Unternehmens.

2. Wahl der Hausbanken

Für die Kreditinstitute ist eine vertrauensvolle über Jahre gewachsene Zusammenarbeit ein wichtiges Entscheidungskriterium, wenn es um Kreditvergabe und Konditionen geht. Daher muss der Unternehmer darauf achten, dies Vertrauen gemäß der Erläuterungen in Kapitel 1 zu erhalten bzw. auszubauen - aus strategischen Gesichtspunkten übrigens auch dann, wenn er aktuell keine weitere Finanzierung benötigt.

Trotzdem sollte natürlich immer nach der besten Finanzierungsmöglichkeit gesucht werden. Und da kann ein anderes Kreditinstitut durchaus eine interessante Alternative bieten. Jedoch wird dies - da der Unternehmer der neuen Bank ja noch nicht bekannt ist - eine Selbstauskunft verlangen. Auch wird der Unternehmer die Frage beantworten müssen, warum nicht die Hausbank die Finanzierung übernimmt. Dann wird der neuen Bank schnell deutlich, ob es sich um einen interessanten neuen Kunden handelt oder ob er nur aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten ein anderes Kreditinstitut aufgesucht hat.

Unbedingt ist es den Unternehmen zu empfehlen, immer mit mehreren Banken zusammenzuarbeiten. Dadurch wird die Abhängigkeit von einem Kreditinstitut deutlich gesenkt, was sehr positive Auswirkungen auf Kreditverhandlungen haben kann. Besonders dann, wenn die Geschäfte gerade gut laufen, bietet es sich für Unternehmen an, weitere Banken mit ins Boot zu holen. Diese Chance gilt es zu nutzen.

Was das Engagement von Banken im Allgemeinen angeht, kann festgestellt werden, dass die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen bisher im kleineren Mittelstand die aktivsten waren. Seit einiger Zeit zeigen jedoch auch die verschiedenen Privatbanken wieder vermehrt Interesse an dieser Kundengruppe. Daher sollten auch diese bei der Suche nach einer geeigneten Hausbank mit in die Überlegungen einbezogen werden.

3. Wichtige Kriterien für die Bewilligung und Bepreisung eines Kredits

Grundsätzlich lassen sich drei Teilbereiche unterscheiden, die eine Kreditvergabe determinieren und die Höhe der zu zahlenden Zinsen bestimmen:

a) das Ratingergebnis
Vor der Kreditvergabe wird für jedes Darlehen das Ausfallrisiko bestimmt. Mit Hilfe eines umfangreichen Verfahrens ermittelt die Hausbank dazu die Bonität des Antragstellers. Angaben zur bisherigen Unternehmenstätigkeit, zur Unternehmensstruktur und zur Planungstätigkeit finden u. a. Eingang in die Bewertung. Weiteres zum Thema Rating finden Sie hier.

b) die einzubringenden Sicherheiten
Eingebrachte Sicherheiten mindern das Risiko der Banken. Kommt es zu einem Kreditausfall, kann die Bank diese direkt verwerten. Je besser ein Kredit abgesichert ist, desto günstigere Konditionen lassen sich aushandeln. Weiteres zu banküblichen Sicherheiten finden Sie hier .

c) Geschäftspolitik der Banken und deren Darlehensstruktur
Oft unterschätzt aber höchst relevant für die Kreditvergabe ist die Geschäftspolitik der Banken. Einerseits kann es sein, dass die Hausbank aus individuellen Gründen ihre Aktivitäten auf bestimmte Branchen beschränkt bzw. andere von vornherein ausschließt. Andererseits sind die Kreditinstitute darauf bedacht, durch Diversifikation der Engagements hinsichtlich deren Branchenzugehörigkeit ihr eigenes Unternehmens-Risiko zu minimieren. Ist eine Branche bereits in ausreichendem Maße im Portefeuille vorhanden, werden in diesem Segment in der Regel keine neuen Kredite mehr vergeben.

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