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Der Weg zu mehr Eigenkapital (Dokument-Nr.: 22187)
FÜR ALLE UNTERNEHMENSPHASEN
Beteiligungskapital
Junge und stark wachsende Unternehmen stehen oft vor einem besonderen Finanzierungsproblem: Die vorhandenen Eigenmittel sind begrenzt und Fremdmittel werden nur bei entsprechenden Sicherheiten bzw. einer ausreichend hohen Eigenkapital-Quote gewährt. Beides fehlt aber oft.
In diesen Fällen sollte der Unternehmer auf die Suche nach externen Investoren gehen, um Beteiligungskapital (auch 'Venture Capital', 'Private Equity' oder 'Risikokapital' genannt) einzuwerben. Dabei sind die genauen Konditionen, wie die Höhe des Risikokapitals, evtl. zu übertragende Geschäftsanteile und sonstigen Bedingungen - insbesondere Mitsprache- oder Mitgestaltungsrechte des Investors - in der Regel individuell gestalt- und damit auch verhandelbar.
Allgemein gilt:
| 1. | Venturekapitalgeber sind gewerblich orientiert und wollen dementsprechend in erster Linie Gewinne realisieren. Ihr finanzielles Engagement erstreckt sich stets auf einen begrenzten Zeitraum und soll sich durch einen Ausstieg ('Exit') mit Gewinn rentieren. Am attraktivsten ist hierbei der Börsengang. |
| 2. | Beteiligungskapital ist keinesfalls eine günstige Finanzierungsmöglichkeit, sondern zumeist merklich teurer als eine Kreditfinanzierung. |
| 3. | In der Regel ist Venturekapital (VC) deshalb eine Lösung für unternehmerische Vorhaben mit großen Wachstumschancen und erheblichem Kapitalbedarf. Viele VC-Geber steigen nicht unter einer Beteiligungshöhe von 500.000 Euro ein. |
I. Voraussetzungen für eine Beteiligungsfinanzierung:
| - | Fundiertes Unternehmenskonzept |
| - | Ausbaufähiger und deutlicher Wettbewerbsvorteil |
| - | Attraktiver, wachstumsfähiger Markt |
| - | Fähigkeit des Managements, die Planung umzusetzen, und Bereitschaft, persönliches Risiko zu tragen |
| - | Attraktiver Exitkanal in einem überschaubaren Zeitraum |
II. Phasen, in denen Beteiligungskapital zum Einsatz kommt:
| a) | die Frühphasen-Finanzierung (Early stage), |
| b) | die Expansions- beziehungsweise Wachstumsfinanzierung (Expansion) sowie |
| c) | die späteren Phasen der Restrukturierung. |
a) Die Frühphasen-Finanzierung
richtet sich an die echten Gründer-Innovatoren, die oftmals noch unausgereifte Ideen haben, die sie langsam zu überzeugenden Geschäftskonzepten entwickeln wollen. Für diese ganz frühen Phasen des Gründungsprozesses wird zwischen folgenden drei Finanzierungsformen unterschieden:
| - | Seed-Capital, |
| - | Start-up-Finanzierung und |
| - | First-Stage-Finanzierung. |
Während der Frühphasen-Finanzierung sind die Anfangsinvestitionen zwar oft noch gering, die Geschäftskonzepte aber auch noch wenig ausgereift und die Risiken entsprechend hoch. Viele VC-Firmen vermeiden solche Frühphasen-Engagements. Allerdings gibt es spezialisierte Anbieter, die sich schwerpunktmäßig auf dieses Segment des Seed-Capital und der Start-up-Finanzierung konzentrieren (Seed-Capital-Firmen; Business Angels, oder Inkubatoren).
b) Expansions-Finanzierung
Die meisten Venture-Capital-Firmen sind auf die Expansionsfinanzierung ausgerichtet. Sie wollen vielversprechende, wachstumsträchtige Firmen in ihr Portfolio aufnehmen und von diesen einen möglichst hohen Prozentsatz an die Börse bringen. Venture-Capital-Firmen steigen oft erst in der Phase des Second-Stage Financing ein, und sie begleiten ihre Portfoliounternehmen anschließend in mehreren weiteren Finanzierungsrunden (Third-stage/Mezzanine sowie Bridge Financing).
Parallel zur Entwicklung von Venture Capital sind verschiedene Anbietergruppen im eher mittelständisch orientierten Beteiligungskapitalmarkt aufgebaut worden. In Deutschland sind auf diesem Feld die Kapitalbeteiligungsgesellschaften (KBG) und die mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBG) entstanden.
c) Restrukturierungsprozesse in Spätphasen
Hinzugekommen sind spezialisierte Anbieter, die sich auf Management-Buy-out (Ausgliederung von Unternehmensteilen durch das bisherige Management) sowie Management-Buy-in (Übernahme von Unternehmensteilen durch externe Managementteams) spezialisiert haben. Sie alle konzentrieren sich auf die Begleitung von Restrukturierungsprozessen in Spätphasen. Einzelne dieser Engagements dienen zwar auch der Finanzierung von Innovationen; der überwiegende Teil zielt jedoch eher auf die Begleitung von Umstrukturierungsprozessen ab, von Veränderungen der Eigentümerstrukturen und auf die Unterstützung bei unternehmerischen Nachfolgeregelungen.
III. Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Beteiligungsgesellschaft:
| - | In der Regel bestehen Minderheitsbeteiligungen, keine aktive Einflussnahme der Beteiligungsgesellschaft |
| - | Festlegung der Informations-/Mitwirkungsrechte der Beteiligungsgesellschaft |
| - | turnusmäßige Berichterstattung zur Entwicklung des Unternehmens |
| - | bei Bedarf Beratungsleistungen und Managementunterstützung der Beteiligungsgesellschaft |
| - | Zusammenarbeit ist zeitlich begrenzt auf bestimmte Entwicklungsphasen des Unternehmens, danach Ausscheiden der Beteiligungsgesellschaft |
| - | Die für einen festumrissenen Zeitraum zur Verfügung gestellten Mittel der Beteiligungsgesellschaft erlangen durch Rangrücktritt Eigenkapital-Charakter. |
IV. Suche nach einer Beteiligungsgesellschaft
Folgender Ablauf sollte bei einer Suche nach Investoren eingehalten werden:
| 1. | Definition der Finanzierungserfordernisse (Branche, Finanzierungsphase, Finanzierungsumfang, Investitionsschwerpunkte, geographische Präferenzen) |
| 2. | Erstellung eines qualifizierten Businessplan. Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie bei uns im Internet: |
| 3. | Gezielte Suche nach Beteiligungskapitalgebern. Im Internet werden mittlerweile verschiedene Portale angeboten. Weiteres zu diesem Punkt siehe unten. |
| 4. | Kontaktaufnahme zu der infrage kommenden Beteiligungsgesellschaft (keine Rundschreiben!) |

