Vorsicht vor Geschäftsführertrick

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg warnt Unternehmen vor dem sogenannten „Geschäftsführertrick“ – aus aktuellem Anlass: Einige Betriebe in Niedersachsen und Hamburg sind vor kurzem innerhalb weniger Tage um mehrere Millionen Euro betrogen worden. Mit dem Geschäftsführertrick ist es Betrügern gelungen, von mittelständischen Unternehmen hohe Überweisungen auf Konten in asiatische Länder auszulösen. „Norddeutschland ist im Moment offensichtlich das Ziel einer größeren Betrugswelle“, sagt IHK-Berater Herbert Blank.
Das Vorgehen ist bei der Betrugsmasche immer ähnlich: Ein Mitarbeiter mit weitreichender Zahlungsbefugnis bekommt eine streng vertrauliche, in fehlerfreiem Deutsch verfasste Mail, die ein geheimes Projekt mit allerhöchster Priorität ankündigt. Verbunden ist der Text mit einer Aufforderung, für dieses Projekt eine hohe Summe auf ein Konto im Ausland – in den bisher bekannten Fällen nach Hongkong und Indonesien – zu überweisen. Die Absender-Adresse dieser Mail ist meist so gefälscht, dass sie sich einem Vorstandsmitglied oder Geschäftsführer zuordnen lässt. Deshalb schöpfen die Mitarbeiter keinen Verdacht und leiten die Zahlungen ein. Wie die Täter an die notwendigen, betriebsinternen Informationen gelangen, ist bislang nicht bekannt.
Die IHK Lüneburg-Wolfsburg rät dringend zu erhöhter Vorsicht bei hohen Überweisungen ins Ausland. Insbesondere bei außergewöhnlich hohen Überweisungen oder bei Vorgängen, die vom normalen Ablauf abweichen, sollten die Alarmglocken läuten. In solchen Fällen sollte der Mail-Empfänger den Vorgang hinterfragen – und das nicht nur per Mail. „Als Standard sollte für Überweisungen von hohen Beträgen das Vier- oder noch besser das Sechsaugenprinzip intern verbindlich festgelegt werden", sagt Herbert Blank.
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Lüneburg, den 8. März 2017